Zusammenfassung
Wir berichten über die Azuara-Impaktstruktur und ihren Rubielos de la Cérida-Begleitkrater, die die gegenwärtig größte bekannte terrestrische Doppel-Impaktstruktur begründen. Beide Strukturen haben Durchmesser von grob 35 - 40 km, und sie bildeten sich in einem rein sedimentären Target. Stratigraphische Betrachtungen und paläontologische Datierung sprechen für ein obereozänes oder oligozänes Alter. Geologische Kartierungen haben umfangreiche geologische Impaktbefunde aufgezeigt in Form von monomikten und polymikten Brekzien und Brekziengängen, Megabrekzien, disloziierten Megablöcken, sehr bemerkenswerten strukturellen Phänomenen, ausgedehnten Impakt-Ejekta und Impakteinwirkungen selbst in entfernten autochthonen Ablagerungen. Die schlüssigsten Impaktbefunde für beide Impaktstrukturen sind eine starke Schockmetamorphose, die Schmelz- und diaplektische Gläser, planare Deformationsstrukturen (PDFs), verschiedene Arten von Impakt-Schmelzgesteinen (entstanden aus silikatischer, karbonatischer und karbonatisch-phosphatischer Schmelze) und Suevite (Suevit-Brekzien) umfasst. Glasartige amorphe Kohlenstoffpartikel in einer Kohlenstoff - Sauerstoff- Festkörperbindung mögen in einer Beziehung zu Fullerenen stehen und aus einer abgeschreckten Schmelze von extrem geschockter Kohle oder aus extrem geschocktem Kalkstein entstanden sein. Wir nehmen an, dass der Impakt einen erheblichen Einfluss auf die mitteltertiäre regionale Geologie der Iberischen Ketten hatte, und wir empfehlen, dass diesbezügliche Modelle, die dieses ungewöhnliche und weitreichende Ereignis bisher nicht beachtet haben, einer durchgreifenden Revidierung unterzogen werden.
Schlüsselwörter: Azuara-Impaktstruktur, Rubielos de la Cérida-Impaktstruktur, Iberische Kette (Spanien), Schockmetamorphose, Impakt-Schmelzgestein, Impaktbrekzie, Auswurfmassen (Ejekta), Tertiär.
-
-
|