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Obwohl es möglich gewesen wäre, eine gemeinsame Diskussion im Gelände oder/und in der Ausstellung zu filmen, zog A. L. Cortés es vor, das zu vermeiden (genauso wie bei der Eröffnung der Ausstellung, als alle Impakt-Gegner aus Zaragoza ausdrücklich eingeladen waren, und niemand kam). Demgemäß praktizieren die Geologen aus Zaragoza, was sie seit 20 Jahren tun: Grundsätzliche Ablehnung gemeinsamer Geländekampagnen mit dem Aufsuchen und der Diskussion von Impakt-Aufschlüssen, ebenso die Ablehnung gemeinsamer Studien der Azuara-Schockeffekte (PDFs, Schockschmelze, diaplektisches Glas usw.) unter dem Mikroskop.
Stattdessen beurteilen sie das Impakt-Ereignis von ihren Studierzimmern aus, ziehen geologische Karten aus ihren Schränken und betrachten Computer-Bitmaps. Im Rahmen des IMPACT-Workshops, 2001 in Granada, hatten sie die brillante Idee, über Azuara mit von ihnen gedrehten Videos zu diskutieren. Als wir das ablehnten und es dann doch zu einer Exkursion kam, war es ihr alleiniges Ziel, die ausländischen Teilnehmer völlig zu verwirren und auszunutzen, daß diese keinerlei Ahnung von der regionalen Geologie besaßen. Siehe auch http://www.impaktstrukturen.de/spain/workshop.htm.
So war es eine hübsche Dokumentation von TV Aragón, A. L. Cortés in seiner Studierstube und generell die Betrachtungsweise der Geologen aus Zaragoza über den Impakt zu zeigen.
Wir möchten einige weitere Bemerkungen über den TV-Beitrag von Cortés machen. Weder Cortés noch irgendein anderer Geologe aus Zaragoza haben je über Impakte gearbeitet, und erst kürzlich merkte ein Paläontologe von dieser Universität an, daß er seine Kollegen aus der Geologie nicht verstehen könne, die über Impakt diskutieren würden, ohne die geringste Ahnung davon zu haben.
In dem Fernsehreport wiederholt Cortés das alte Lied, daß die spanischen Regionalgeologen seit 100 Jahren gründlich kartiert haben, Unmengen von Dünnschliffen angefertigt haben und daß jegliche Impaktphänomene durch normale geologische Prozesse erklärt werden können. Cortés zitiert einmal mehr die Impakt-Megabreccie, die angeblich überall in Spanien anzutreffen sei und deshalb nicht von einem Impakt stammen können, aber er unterschlägt erneut, daß er permanent die Cortés de Tajuña -Formation mit der Megabreccie verwechselt bzw. beides unzulässigerweise gleichsetzt (siehe dazu http://www.impaktstrukturen.de/spain/controversy/megabrecha.htm ).
Aber die geologische Kartierung durch Cortés und seine Kollegen ist keineswegs so einwandfrei, wie von ihm behauptet. Das wird insbesondere durch großflächige drastische Kartierfehler bei Teruel oder Visiedo im Rubielos de la Cérida-Impaktbecken belegt. Bei Visiedo wurden riesige Flächen anstehender Schichten der Permotrias mit jurassischem Malm (!!) verwechselt und so in die geologischen Karten in den Maßstäben 1 : 200 000 und 1 : 50 000 eingetragen. Die falsche Kartierung bei Teruel ist insofern besonders erhellend, als Teruel ausdrücklich von Cortés in der Fernsehsendung erwähnt wird. In der Nähe von Teruel zeigt die geologische Karte eine äußerst kuriose Konstellation. Ein großer Komplex von Buntsandstein, mehrere Quadratkilometer groß, ist vollständig umgeben, und im direkten Kontakt auch so kartiert, mit dem Rhätolias in Form der Cortés de Tajuña -Formation. Die komplette Folge von Muschelkalk und Keuper, mehrere 100 m mächtig, fehlt vollständig, obwohl sie sonst überall in Nordspanien vertreten ist.
Was ist da los? Geht man ins Gelände, so besteht der angebliche Rhätolias, im direkten Kontakt mit der Buntsandstein-Formation (Permotrias) kartiert, in Wahrheit aus Kalksteinen und Dolomiten des Muschelkalk, womit wir die ganz normale stratigraphische Abfolge von Muschelkalk über Buntsandstein haben.
Wie war es möglich, daß der Muschelkalk derart mit dem Rhätolias verwechselt werden konnte? Die Lösung ist sehr einfach. Der Buntsandstein-Komplex und die umgebenden Muschelkalk-Gesteine sind exakt in der Randzone des großen Rubielos de la Cérida-Impaktbeckens aufgeschlossen. Und dort wurde der Muschelkalk im Exkavations- und Modifikationsstadium des Kraterbildungsprozesses zu einer gigantischen Megabreccie umgewandelt, die Kilometer über Kilometer ausstreicht. Und weil für Cortés und seine kartierenden Kollegen offenbar automatisch die einfache Gleichung gilt
ausgedehnte Brecciierungen = Cortés de Tajuña -Formation = rhäto-liassisches Alter,
fand diese unglaubliche Verwechslung ihren Weg in die geologische Karte.
So viel über A. L. Cortés und seinen TV-Beitrag über geologisches Kartieren und den "nicht vorhandenen Impakt".
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