Polymikte Breccie
Gemäß der IUGS Subcommision on the Systematics of Metamorphic Rocks, Study Group for Impactites ist eine polymikte Impaktbreccie eine "Breccie mit klastischer oder kristalliner Matrix (kristallisiert aus einer Impaktschmelze), die Gesteins- und Mineralklasten unterschiedlicher Schockmetamorphose enthält, die bei einem Impakt aus unterschiedlichen Bereichen des getroffenen Untergrundes disloziiert wurden - eine Breccie, die transportiert, vermischt sowie innerhalb oder außerhalb eines Impaktkraters abgelagert wurde oder in die Gesteine des getroffenen Untergrundes gangförmig injiziert wurde".
Diese IUGS-Klassifikation und -Definition erscheint ziemlich inkonsequent. Im Unterschied zur gängigen Praxis, genetisch assoziierte Namen zu vermeiden, werden polymikte Impaktbreccien definiert als " ... disloziiert ... aus unterschiedlichen Bereichen des getroffenen Untergrundes ...". Noch ungereimter und fragwürdig ist es, wenn der Begriff "polymikte Impaktbreccie" auch für den Fall einer kristallinen Matrix herhalten muß, was mit der grundsätzlichen Definition einer Breccie als ein klastisches Gestein unverträglich ist. Darüber hinaus widerspricht diese Definition der eigenen IUGS-Empfehlung, den Begriff der "Impakt-Schmelzbreccie [impact melt breccia] fortzulassen.
Wir schlagen vor, den Begriff der "polymikten Breccie" nur rein beschreibend zu verwenden. Der Begriff "polymikte Impaktbreccie", a priori genetisch assoziiert, mag als Oberbegriff für lithische Breccien und Suevit-Breccien (siehe dort) gelten.
Polymikte Breccie aus der Azuara-Impakt-Struktur (Spanien).
Breccie-in-Breccie; Breccien-Generationen

Polymikte Breccie; Rubielos de la Cérida-Imapaktbecken. Man beachte rechts von der Münze die Komponente, die selbst eine Breccie ist (Breccie-in-Breccie).
Nahaufnahme 1
Nahaufnahme 2
Polierter Anschliff einer polymikten Kalkstein-Breccie (oben) und Nahaufnahmen. Azuara-Impaktstruktur. Die Breccie erzählt uns eine komplexe Bildungsgeschichte. Wenigstens vier Brecciengenerationen kann man beobachten. Man beachte auch das Gängchen, das eine Komponente durchschlägt (Nahaufnahmen 1 und 2). Nach der Platznahme des Gängchens wurde die Komponente noch einmal zerbrochen.