Mutmaßlicher Saarland-Impakt und Chiemgau-Impakt – gehören sie zusammen?

  Gehören sie zusammen? Mutmaßlicher Saarland-Impakt und Chiemgau-Impakt.

Die bereits früher ausgesprochene Vermutung, dass der Chiemgau-Impakt möglicherweise eine Parallele im Saarland hat

http://de.scribd.com/doc/51473614/Ein-moglicher-Meteoritenkrater-im-Saarland

wird durch neue Funde und Befunde erhärtet. Ein entsprechender Update-Artikel kann hier angeklickt werden:

http://de.scribd.com/doc/110982627/Saarland-Impakt-mutma%C3%9Flicher-Meteoriteneinschlag-bei-Nalbach-Prims-Update

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Azuara-Impaktstruktur: Das Rätsel der Überschiebung von Daroca – gelöst? Ein Analogon zum Ries-Krater

von Ferran Claudin & Kord Ernstson (2012)

Zusammenfassung

Eine deckenartige Überschiebung von Kambrium über Tertiär, die Daroca-Überschiebung, in Nordost-Spanien hat seit jeher Geologen Kopfzerbrechen bereitet. Da eine Wurzelzone fehlt und kein Relief vorhanden ist, passte die Überschiebung in kein vernünftiges geologisches Schema. In der jüngeren Literatur zur regionalen Geologie wird die Überschiebung trotzdem in die alpine regionale Tektonik einbezogen. Eine offenbar zum ersten Mal durchgeführte gründliche Untersuchung der beteiligten kambrischen und tertiären Einheiten, ihrer Fazies und strukturellen Stellung führt zu einem Modell, das die Daroca-Überschiebung in einer Beziehung zur nahegelegenen, grob 40 km messenden Azuara-Impaktstruktur sieht. Die Überschiebung ist Teil des Exkavations-Stadiums des Kraterbildungsprozesses, der sowohl die kambrische Platte als auch den tertiären Diamiktit darunter betroffen hat. Das Model findet eine starke Stütze in einem Vergleich mit der Ries-Impaktstruktur, wo solche deckenähnlichen Bewegungen und verwandte Befunde auftreten. Die Daroca-Überschiebung liefert ein weiteres Beispiel für die Arbeit der regionalen Geologen, die behaupten, dass das gewaltige Azuara-Impaktereignis mit der Bildung der Azuara-Impaktstruktur und des angrenzenden 70 km langen Rubielos de la Cérida-Impaktbeckens niemals gegeben hat. Deshalb sind all ihre regionalgeologischen Modelle, die weiterhin entwickelt werden und die den Impakt und seinen radikalen Einfluss auf die regionale tertiäre Geologe ignorieren, ohne wissenschaftlichen Wert.

1 Einführung

Ansicht des Städtchens Daroca in der Provinz Zaragoza, Spanien

Abb. 1. Daroca, Provinz Zaragoza, Spanien.

Das hübsche Städtchen Daroca in der spanischen Provinz Zaragoza (Abb. 1) birgt ein ungewöhnliches geologisches Szenario – seit jeher ein Rätsel für Geologen. Über der Stadt thronend zeigt die geologische Stratigraphie mit einem scharfen Schnitt kambrischen Dolomit (den Ribota-Dolomit) über jungen tertiären Sedimenten (Abb. 2). Ältere Schichten über jüngeren ist nichts Besonderes in der Geologie, wobei Schicht-Überkippung und Überschiebung beteiligte Prozesse sind. Weiterlesen

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Neue Aufnahmen – Azuara-Impaktstruktur: Megabrekziierung bei Moyuela

Die großen Impaktstrukturen von Azuara und Rubielos de la Cérida in Spanien blicken mittlerweile auf etwa 30 Jahre ihrer Erforschung zurück. Seit den frühen Achtzigern haben wir eine Unmenge von Befunden und Belegen, darunter immer wieder aufregende und spektakuläre, zu diesem einmaligen geologischen Szenario auf der Iberischen Halbinsel beigebracht – trotz vieler und heftiger Opposition von verschiedenen Seiten, Personen und aus verschiedenen Motiven heraus, was an anderer Stelle auf dieser Webseite nachgelesen werden kann. Vieles von dem von uns erarbeiteten geologischen und petrographischen Material wird hier auf den verschiedenen Seiten präsentiert, aber das ist nur ein Teil einer weitaus größeren Ansammlung. Deshalb haben wir uns vorgenommen, hier nach und nach den Komplex der Impaktgeologie von Azuara und Rubielos de la Cérida zu vergrößern, und wir geben die Hoffnung nicht auf, dass ein wenig mehr Geologen angeregt werden, dieses außergewöhnliche und lehrreiche Ensemble von Impaktgeologie, das sich über 120 km Länge erstreckt, aufzusuchen.

Wir beginnen mit einem Aufschlussszenario, das sehr leicht an der Straße bei Moyuela anzusteuern ist (Abb. 1) und das ganz typisch zeigt, welche enormen Zerstörungen der Impakt in den sonst wohlgeschichteten Jura-Kalksteinen angerichtet hat, was normale alpidische Tektonik niemals erklären kann. Weiterlesen

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Polierte Quarzit-Gerölle in Trias-(Buntsandstein-)Konglomeraten, N-Spanien: Oberflächenhärtung durch Impakt-Schock?

Kord Ernstson & Ferran Claudin (2012)

Ernstson et al. (1999, 2001a) beschreiben geschockte Quarzit-Gerölle (vorwiegend leicht metamorpher Armorikanischer Quarzit), die weit verbreitete Konglomerate der Trias (Buntsandstein-Formation) in N-Spanien aufbauen und die mit dem mitteltertiären multiplen großen Azuara-Impakt-Ereignis zusammenhängen, in dem die Azuara-Impaktstruktur und das Rubielos de la Cérida-Impaktbecken entstanden (Hradil et al. 2001, Ernstson et al. 2001 b, 2002, Schüssler et al. 2002, Claudin & Ernstson 2003, Ernstson et al. 2003). Die Quarzitgerölle sind außergewöhnlich pockennarbig und mit Kratern versehen (Abb. 1, 2) und zeigen im allgemeinen engständige subparallele Brüche (Abb. 3). Diese besonderen Merkmale treten dann ganz besonders hervor, wenn die Gerölle verstreut im Gelände als Folge der Konglomerat-Zersetzung auftreten (Abb.4).

Abb. 1. Typische Quarzitgerölle mit Pockennarben, Kratern und Politur (das besonders große Geröll) aus den geschockten Buntsandstein-Konglomeraten. Weiterlesen

Den Prozess beim Meteoriten-Einschlag verstehen: Impakt im Experiment

Experimentelle Erzeugung von Hochgeschwindigkeits-Einschlagkratern

„… den Prozess beim Meteoriten-Einschlag verstehen: eine einfache Annäherung“ – Zu diesem Menüpunkt gibt es jetzt eine Ergänzung in Form von Aufnahmen mit Hochgeschwindigkeitskameras von einem echten „Überschall“-Impakt im Labor mit Erläuterungen dazu. Ein Video, das die Entstehung eines Impaktkraters zeigt, kann hier durch Anklicken auf das Bild aber auch DORT abgespielt  werden. Resultate weiterer Experimente werden folgen.

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Chiemgau-Impakt: ein mutmaßlicher Doppelkrater im Chiemsee

Chiemgau-Impakt: Seit wenigen Jahren gibt es Anzeichen für die Existenz eines Meteoriten-Doppelkraters am Boden des Chiemsees (Abb. 3) im Kraterstreufeld des Chiemgau-Impaktes. Ursprünglich gründete sich die Suche nach einer solchen Struktur auf Berichte von Fischern, nach denen immer wieder ihre Netze durch große scharfkantige Steine am Seeboden zerrissen worden waren. Solche Steine sind aber eindeutig Fremdkörper im See. Einer SONAR-Echolot-Übersichtsvermessung folgte in einem verdächtigen Gebiet eine Detailaufnahme, die in der Tat eine bemerkenswerte Struktur erbrachte – ebenfalls ein Fremdkörper im Chiemsee (Abb. 1) – mit allen Merkmalen eines Doppelkraters mit Ringwall. Die Ähnlichkeit mit einem meteoritischen Doppelkrater vom Mars ist unverkennbar (Abb. 2).

meteoritischer Doppelkrater des Chiemgau-Impaktes

Abb. 1. Der mutmaßliche meteoritische Doppelkrater am Boden des Chiemsees nach SONAR-Echolotmessungen. Die Meterskala bezieht sich auf die gemessenen Wassertiefen.

Ähnlichkeit des Chiemsee-Doppelkraters mit einem Meteoriten-Doppelkrater vom Mars

Abb. 2. Meteoritischer Doppelkrater auf dem Mars (Bildquelle: NASA) und Doppelkrater vom Chiemsee-Boden: Erstaunliche Ähnlichkeit. Die unschärferen Konturen beim Chiemsee-Doppelkrater sind leicht verständlich, da der Impakt ins Wasser und das darunter liegende lockere, wassergefüllte Gestein erfolgte.

Zusätzliche Anzeichen für einen Meteoriteneinschlag in den Chiemsee stellten sich mit dem häufigen Fund von Bimsstein am Seeufer ein (mehr dazu HIER), und hinzu kamen Beobachtungen von geologisch sehr jungen Tsunami-Ablagerungen in Aufschlüssen am See (mehr dazu HIER und HIER).

Karte vom Chiemsee in Südost-Bayern mit dem Doppelkrater

Abb. 3. Der Chiemsee in Südost-Bayern mit dem vermuteten Doppelkrater.

Unglücklicherweise ist die Struktur wegen der Wassertiefe nicht direkt zugänglich.

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Die Maniitsoq-Struktur, West-Grönland – eine mögliche gigantische uralte Impaktstruktur

In der Ausgabe vom 1 Juli 2012 der renommierten Zeitschrift Earth and Planetary Science Letters ist ein Artikel erschienen, der über eine vermutete Impaktstruktur der Größenordnung 100 km berichtet. Wenn sich der Befund bewahrheiten sollte, wäre das mit 3 Milliarden Jahren ein Dokument der bisher ältesten bekannten kosmischen Kollision auf der Erde.

Adam A. Garde, Iain McDonald, Brendan Dyck, Nynke Keulen: Searching for giant, ancient impact structures on Earth: The Mesoarchaean Maniitsoq structure, West Greenland. – Earth Planet. Sci. Let., vol. 337-338, 197-210.

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Der YDB-Impakt: ein neues Kapitel

… oder „Requiem“ für die Ablehnung der Hypothese?

YDB steht für Younger Dryas Boundary. Die Jüngere Dryas-Zeit (oder auch nur die Jüngere Dryas) steht in der Erdgeschichte für eine scharf einsetzende Kälteperiode von etwa 1000 Jahren in der Zeit zwischen grob 11000 und 10000 v. Chr. und für das Ende des Pleistozän (der „Eiszeit“).

Die Ursachen dieses Ereignisses sind umstritten und werden konventionell in Zusammenhang mit einer Störung der Nordatlantik-Zirkulation gesehen. Im Jahr 2007 erregte eine neue Hypothese Aufsehen (vor allem mit dem Namen Richard Firestone verknüpft), nach der ein gewaltiger Impakt Weiterlesen

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