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Untersuchungen zur Geologie, Geophysik und Petrologie von Impaktstrukturen (Meteoritenkrater)
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Die Azuara-Impaktstrukturvon Kord Ernstson & Fernando Claudín Die Azuara Impakt-Struktur liegt in Nordost-Spanien grob 50 km südlich von Zaragoza. Sie hat einen Durchmesser von 35 - 40 km und ist nach stratigraphischen Befunden wahrscheinlich im Oberen Eozän oder im Oligozän entstanden. Bild: Manuel Cabedo Sehr selten für sehr große Impaktstrukturen traf das Azuara-Projektil - von wenigen sehr kleinen Intrusionskörpern abgesehen - ein rein sedimentäres Target. Es bestand aus dem paläozoischen Kern der Iberischen Ketten, dem mesozoischen Deckgebirge und einer vermutlich 1000 - 2000 m mächtigen Überdeckung aus tertiären Molassesedimenten. Diese große Mächtigkeit wenig verfestigter Sedimente sowie die von Karbonatgesteinen bestimmte Gesteinsabfolge dokumentieren sich in vielen Besonderheiten der Azuara-Struktur (Relikte karbonatischer Schmelze, besondere Fazies der Auswurfmassen, besondere Brekziengänge). Da der zentrale Bereich der Struktur wegen junger Sedimentation nicht zugänglich ist, konzentrieren sich die Aufschlüsse auf den Randbereich. Dort bestehen sie in sehr großer Zahl und erlauben hervorragende Einblicke in die Geologie des Impakt-Prozesses. Die Impakt-Hypothese für die Azuara-Struktur wurde zum ersten Mal 1985 von Ernstson et al. geäußert (siehe Publikationsliste). Bis dahin hatte die Struktur praktisch keine Aufmerksamkeit gefunden; 1983 spricht Carls in einer Arbeit über ein Ebro-Massiv von einem tektonischen Azuara-Block. Von anderen Geologen wird die Struktur später als ein Becken angesehen, dessen Sedimentation tektonisch bestimmt wurde (Model der syntektonischen Sedimentation). In jüngerer Zeit wird auch ein weiteres endogenes Modell vorgeschlagen, nach dem die Azuara-Struktur mit einer granitischen Intrusion zusammenhängen soll. Das Modell der Entstehung durch einen gigantischen meteoritischen Einschlag gründet sich auf eine sehr detaillierte geologische Kartierung, geophysikalische Messungen, Foto-Lineationsanalysen und petrographische Analyse von grob 1000 Dünnschliffen. Danach dokumentiert sich der Impakt durch ein beachtliches Schwereminimum, durch eine sehr große Verbreitung und Anzahl von monomikten und polymikten Brekzien und Brekziengängen (in denen häufig Schock-Effekte auftreten wie diaplektisches Glas, Schmelzpartikel, alle Arten von planaren Deformationsstrukturen (PDFs) in Mineralen, ausgedehnte und mächtige Megabrekzien, eine große Zahl von disloziierten Gesteinsschollen (Megablöcke), ungewöhnliche strukturelle Merkmale, hydrothermale Überprägung der Region (Siegert 1997) und sehr ausgedehnte, kontinuierlich anstehende Auswurfmassen (siehe die entsprechenden Spezialseiten). Außer den in der Publikationsliste verzeichneten Arbeiten sind folgende Arbeiten über den Azuara-Impakt zu nennen: Diplomarbeiten am geologischen Institut der Universität Würzburg: Bärle, F. (1988): Geologische Untersuchungen am SW-Rand der Azuara-Struktur (NE-Spanien). Geologische Kartierung im Maßstab 1 : 10.000 und spezielle Untersuchungen zur Tektonik. - Diplomarbeit, Univ. Würzburg, 94 S. GWOSDEK, C. (1988): Geologische Untersuchungen am SE-Rand der Azuara-Struktur (NE-Spanien). Erläuterungen zu einer Kartierung (1:10.000) in der Umgebung von Moneva mit besonderer Berücksichtigung der tektonischen Verhältnisse. - Diplomarbeit, Univ. Würzburg, 108 S. HUNOLTSTEIN-BUNJEVAC, D. v. (1989): Geologische Untersuchungen am SE-Rand der Azuara-Struktur (NE-Spanien). Erläuterungen zu einer Kartierung 1:10.000 in der Umgebung von Moyuela unter besonderer Berücksichtigung struktureller Merkmale. - Diplomarbeit, Univ. Würzburg, 111 S. KATSCHOREK, T. (1990): Geologische Untersuchungen am N-Rand der Azuara-Struktur (NE-Spanien). Erläuterungen zu einer Kartierung 1:20.000 des Gebietes zwischen Fuendetodos und Belchite unter besonderer Berücksichtigung struktureller Merkmale. - Diplomarbeit, Univ. Würzburg, 198 S. LINNEWEBER, 5. (1988): Geologische Untersuchungen am SE-Rand der Azuara-Struktur (NE-Spanien). Erläuterungen zu einer Kartierung (1 : 10.000) im Gebiet zwischen Blesa und Muniesa mit besonderer Berücksichtigung der tektonischen Verhältnisse. - Diplomarbeit, Univ. Würzburg, 103 S. Mayer, G. (1991): Geologische Untersuchungen am SE-Rand der Azuara-Struktur (NE-Spanien). Erläuterungen zu einer geologischen Kartierung im Maßstab 1 : 20.000 unter besonderer Berücksichtigung der tektonischen Verhältnisse und vor dem Hintergrund einer Impaktgenese der Struktur. Diplomarbeit, Univ. Würzburg, 216 S. Müller, H. (1989): Geologische Untersuchungen am SE-Rand der Azuara-Struktur (NE-Spanien). Geologische Kartierung im Maßstab 1 : 20.000 zwischen Ventas de Muniesa und MOneva unter besonderer Berücksichtigung fazieller und struktureller Merkmale. - Diplomarbeit, Univ. Würzburg, 167 S. Waasmaier, E. (1988): Geologische Untersuchungen am S-Rand der Azuara-Struktur (NE-Spanien). Erläuterungen zu einer Kartierung (1:10.000) im Gebiet w' Blesa unter besonderer Berücksichtigung struktureller Merkmale. - Diplomarbeit, Univ. Würzburg, 108 S. FIEBAG, J. (1988): Zur Geologie der Azuara-Struktur - Kartierung im Gebiet zwischen Herrera de los Navarros und Aladrén und süd-östlich von Almonacid de la Cuba sowie spezielle Untersuchungen der Breccien und Breccien-Gänge vor dem Hintergrund einer Impaktgenese der AzuaraStruktur. - Dissertation, Univ. Würzburg, 271 pp., Würzburg. Johannes Fiebag ( 1999) hat maßgeblich die ersten geologischen Untersuchungen in der Azuara-Struktur mitgetragen. Eine Reihe von Aufnahmen dieser Homepage sind von ihm selbst gemacht worden; andere Photographien zeigen Gesteinsproben aus seiner persönlichen Sammlung. Siegert. I. (1997): Mikrothermometrische und petrographische Untersuchungen an Quarziten der Azuara-Rubielos de la Cérida-Doppelstruktur (Spanien). - Diplomarbeit, Universität Bremen, 72 S. Rampino, M.R.: El impacto de Azuara y sus effectos. - Universo, 29, 48 - 50, 1997. Zudem wurde eine sehr detaillierte und sehr gute geologische Kartierung am Nordrand der Azuara-Struktur zwischen Aguilón und Fuendetodos im Rahmen eines DFG-Forschungsprojektes von H.Feld erstellt. Auf eine jüngst erschienene Arbeit wird ebenfalls aufmerksam gemacht: Cortés Gracia, A.L. & Martínez Peña, M.B.: Controversia científica para el aula: ¿Tiene la cubeta de Azuara un origen extraterrestre? - Enseñanza de las Ciencias de la Tierra, 7.2, 143-157, 1999. Hier wird die wissenschaftliche Kontroverse um die Genese der Azuara-Struktur aus didaktischer Sicht beleuchtet. Solche Erörterungen hatten vor 20 - 30 Jahren eine größere Bedeutung, als - anders als heute - die Kenntnisse über den Impakt als einen normalen geologischen Prozess (siehe: H.J. Melosh, Impact cratering. A geologic process, 245 pp., Oxford University Press, New York, 1989) noch wenig bekannt und verbreitet waren und Impaktmodelle auf überwiegende Ablehnung der Geologen stießen. Die einseitige Grundhaltung des Artikels (gegen den Impakt) hat eine Entgegnung veranlaßt: Anguita, F.; Márquez, A. y Claudin, Ferran (2000): Réplica al artículo Controversia científica para el aula: ¿ Tiene la cubeta de Azuara un origen extraterrestre? - Enseñanza de las Ciencias de la Tierra, 8.2, 148-153. |
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