Brekziengänge

Brekziengänge im Rubielos de la Cérida-Impaktbecken

Brecciengänge sind bedeutende Kennzeichen in Impaktstrukturen. Die meisten Forscher nehmen an, daß sie hauptsächlich im Exkavationsstadium des Kraterbildungsprozesses entstehen, und zwar durch die Injektion von Material in den Boden und in die Wände des sich vergrößernden Exkavationskraters. Aber auch im Modifikationsstadium können sich Brecciengänge bilden. Wie die Azuara-Struktur (siehe http://www.impaktstrukturen.de/spain/impact/brecciadikes.htm), präsentiert auch das Rubielos de la Cérida-Becken eine große Vielfalt von Impakt-Brecciengängen, die Gesteine der unterschiedlichsten Lithologien (Karbonatgesteine, silikatische Gesteine, Konglomerate, polymikte Breccien) durchschlagen.

Regional-Geologen aus Spanien (M. Aurell, E. Díaz-Martínez, A. L. Cortés, und andere) die einen Impaktursprung für Azuara und Rubielos de la Cérida kategorisch ablehnen, verkünden, daß die Brecciengänge hauptsächlich mit Verkarstung und anderen Nicht-Impakt-Prozessen zusammenhängen. Dazu verweisen wir auf die Tatsache, daß Verkarstung Karbonat- (oder auch Sulfat-) Lösung verlangt; aber die Gänge, die wir nachfolgend zeigen, zeigen keinerlei Anzeichen von Lösungsvorgängen. Natürlich gibt es in der Region auch Anzeichen von Verkarstung, aber ein erfahrener Geologe wird beides kaum verwechseln können. Zum Vergleich zeigen wir weiter unten eine typische Karstspalte, die nur wenig entfernt von einem Impakt-Brecciengang aufgeschlossen ist. In wenigen Fällen beobachten wir in Brecciengängen Merkmale, die auch aus Karstgebieten bekannt sind, wie z.B. Calcit-Krusten. Das überrascht natürlich überhaupt nicht, da Karbonatlösung und -ausfällung sehr gut mit einer post-impaktitischen gesteigerten Grundwasserbewegung in Verbindung gebracht werden können, nicht zu vergessen merkliche post-impaktitische hydrothermale Aktivität, wie sie typisch für sehr große Impakte ist.

Abb. 1.Polymikter Brekziengang durchschlägt Muschelkalk-Kalksteine. Nördlicher Randbereich des Rubielos de la Cérida-Impaktbeckens; bei Olalla.

 Abb. 2. Brekziengänge durchschlagen heftig zertrümmerte paläozoische silikatische Gesteine. Nördlicher Randbereich des Rubielos de la Cérida-Impaktbeckens; bei Olalla.

 Abb. 3. Ein Brekziengang schneidet scharf durch Malm-Kalksteine. Man beachte die Salbänderung, die auf chemische Reaktionen zwischen Gangmaterial und Nachbargestein hinweist. Nordöstliches Becken, zwischen Corbatón und Bañon.

Abb. 4. Zum Vergleich: Karst im Rubielos de la Cérida-Impaktbecken, zwischen Corbatón und Bañon, aufgeschlossen ca. 50 m entfernt von dem Brecciengang in Abb.3. 

Abb. 5. Detail der Karststruktur in Abb.4. Man beachte die gut gerundeten Klasten als Folge einer Karbonatlösung. Die scharfkantigen Brocken hat der Bagger beim Bau der Straße erzeugt.
 

Abb. 6, 7. Brekziengänge in Jura-Kalksteinen. Zentralberg-Kette, Sierra de Palomera.

Abb. 7. Detail des Gangsystems von Abb. 6.

Abb. 8. Brekziengänge durchschlagen Konglomerate. Östliches Becken, zwischen Alfambra und Escorihuela.

Abb. 9. Mächtiger monomikter Brekziengang in Muschelkalk-Kalksteinen. Westlicher Beckenrand bei Santa Eulalia.

Abb. 10. Ein Gang durchschneidet scharf steil einfallende Jura-Kalksteine. Das weiße, hochporöse Material könnte ehemalige Karbonatschmelze sein. In der Nähe von Ojos Negros.

Abb. 11. Ein Brekziengang durchschlägt polymikte Basalbreccie. Südliche Zentralbergkette, nordöstlich von Caudé.

 

Abb. 12. Ein Brekziengang durchschlägt jurassische Kalksteine. Die weiße Matrix könnte ehemalige Karbonatschmelze sein.

Abb. 13. Schar von Brekiengängen in stark zerstörten mesozoischen Kalksteinen. Südöstlicher Randbereich, zwischen Corbalán und Teruel.

 

Abb. 14-19. Komplex aus verschiedenen Brekziengängen in ?Keuper-Kalksteinen. Südlicher Randbereich, zwischen Valdecebro und Teruel. Keine Verwirrung wegen der Baggerabschürfungen!

Abb. 15. Detail des Brekziengang-Systems.

Abb. 16. Detail des Brekziengang-Systems.

Abb. 17. Anschliffe der polymikten Gangbreccie.

Abb. 18. System von Brekzien-Gängchen im Aufschluss der Abb. 14.

Abb. 19. Noch ein Brekziengang, der messerscharf das Wirtsgestein duchschneidet. Aufschluss von Abb. 14.