Untersuchungen zur Geologie, Geophysik und Petrologie von Impaktstrukturen (Meteoritenkrater)
Suche Gästebuch Besucher

Home -> Spanien -> Azuara-Impaktstruktur -> Auswurfmassen

nach oben


Viele Bilder können Sie durch einen Mausklick vergrößern. Bedenken Sie dabei die eventuell langen Ladezeiten.

Auswurfmassen (Ejekta) der Azuara-Impaktstruktur

(siehe auch www.impaktstrukturen.de/pelarda.htm)

ejecta1.JPG (59168 Byte)

Ejekta (Pelarda-Formation; siehe Ernstson & Claudín 1990) zwischen Fonfría und Olalla. Diese sich mehr als 10 km weit erstreckenden Ablagerungen können mehrere 100 m mächtig werden.

Konglomeratische Komponente der Pelarda-Fm.-Ejekta. Man beachte die schlechte Sortierung und die matrix-gestützten Komponenten. Viele von ihnen zeigen intensive Striemung. Stark bruch-deformierte Komponenten sind häufig – z.B. das Geröll mit der Münze, bei dem radialstrahlige offene Brüche als Folge einer Kollision mit einer anderen Komponente entwickelt sind.

Die matrix-gestützten Komponenten, ihre starken plastischen Deformationen, die Dimensionen der Komponenten, die bis zu 2 m groß werden können, und die Position der Ablagerungen auf den höchsten Bergen der Region sprechen eindeutig gegen ein fluviatil abgelagertes Sediment, wie es andere Autoren annehmen. Ein im Quartär gravitativ verfrachtetes Sediment, wie es die geologische Karte ausweist, kann ebenfalls ausgeschlossen werden.


Azuara-Impaktstruktur: Große Bámbola-Quarzit-Blöcke aus den Auswurfmassen (Pelarda-Fm.) mit intensiver Striemung. Hammerlänge 42 cm. - Diese großen, matrix-getragenen Blöcke, die in der Pelarda-Fm. bis zu 2 m groß werden können und auf den höchsten Bergen der Region gefunden werden, sowie die Quarzit-Striemung sind mit einer fluviatilen Ablagerung unvereinbar. Das wird aber immer noch von Geologen, darunter sogar ein Sedimentologe, behauptet. Ebenso wird - abwegig - argumentiert (z.B. von Prof. Marcos Aurell von der Universität Zaragoza), daß die vielen gerundeten Komponenten nicht für Impakt-Ejekta sprechen. Da das Target beim Azuara-Impakt zu großen Teilen aus Molasse-Konglomeraten bestand, sind gerundete Komponenten in den Auswurfmassen ein trivialer Befund.


Auswurfmassen (Pelarda-Fm.) der Azuara-Impaktstruktur mit einem eingeschalteten, 9 m langen Buntsandstein-Megablock. Aufschluß an der Straße zwischen Fonfría und Olalla; rechts: Detailansicht. Hammerlänge 36 cm, Duchmesser der Fotokappe 51 mm. - Der Block besteht aus typischem Sandstein des Buntsandstein, wie er u.a. bei Monforte de Moyuela ansteht. Auch dieser Block spricht überzeugend gegen eine fluviatile Ablagerung, aber auch gegen ein im Quartär gravitativ verfrachtetes Sediment. So weist es die geologische Karte aus, und auch Prof. Marcos Aurell (1993) von der Universität Zaragoza hat sich dieser Deutung angeschlossen.


Mehr Bilder von den Impakt-Ejekta (Pelarda-Fm.) - aufgenommen und beschrieben von Ferran Claudin

Detailaufnahme der Pelarda-Fm.-Ejekta. Heterometrische, gerundete bis kantengerundete Komponenten (Quarzite, Phyllite, Tonschiefer; eine granitoide Komponente über dem Hammerstiel) in einer sandig-kiesigen Matrix. Keine erkennbare Schichtung; matrix-gestütztes Gefüge. 


Straßenaufschluß der Pelarda Fm.; basaler Teil des Ejekta-Vorkommens. Heterometrische, kantige bis kantengerundete Komponenten (Quarzite, Phyllite, Tonschiefer) in einer sandig-siltig-tonigen Matrix. Schichtung nicht erkennbar.


Aufschluß der Pelarda Fm. innerhalb des riesigen Waldgebietes, das das Ejekta-Vorkommen überzieht. Mittlerer bis oberer Teil der Ablagerungen mit großen Blöcken von Bámbola-Quarzit in sandiger Matrix. Die Blöcke sind häufig gestriemt und erreichen gelegentlich Durchmesser von über einem Meter. Die heterometrischen, polygenetischen Komponenten (Quarzite, Tonschiefer, Phyllite) sind matrix-gestützt und häufig eingeregelt mit der mehr konvexen Seite an der Basis. Die Fazies der Pelarda Fm. erinnert gelegentlich an Ablagerungen vulkanischer Schlammströme. Hinweise auf turbulentes Fließen bei der Ablagerung gibt es nicht.


Detailansicht der Pelarda-Fm. aus dem oberen Bereich. Die Ablagerung ist eindeutig heterometrisch und polymikt (Quarzite, Phyllite, Tonschiefer). Die Komponenten sind gerundet (Quarzite) bis kantengerundet (Phyllite, Tonschiefer) und matrix-gestützt eingelagert in sandiger bis siltig-toniger Matrix. Keinerlei Schichtung erkennbar. Die Ablagerung erinnert an die Fazies von Schuttströmen. Man beachte die große Komponente in der Mitte mit dem weit offenen Bruch, die einen Transport nur bei Umschließungsdruck ohne turbulentes Fließen überleben konnte. Auffällig auch die kleinen Komponenten, die sich aufgerichtet haben und die Morphologie der großen Komponente nachzeichnen, was auf plastisches Fließen hindeutet. 


Pelarda Fm.-Ejekta, mittlere Zone (aber nahe der oberen). Heterometrische und polymikte Ablagerung; Quarzite, Phyllite, Tonschiefer; Quarzitblöcke bis zu 1 m Durchmesser; matrix-gestütztes Gefüge (sandig-siltig-tonige Matrix), das an die Fazies von Schuttströmen erinnert. Man beachte die Apophysen aus Komponenten, die sich zwischen die sandige Matrix (helle Farbe) und die tonig-siltige Matrix (rötliche Farbe durch Beimischung von Buntsandstein-Material) einschalten (links im Bild). Keinerlei Schichtung erkennbar; es fehlen jegliche Anzeichen fluviatiler Barren oder ähnlicher Strukturen


[nach oben]

zurück ]
Partnersites:   www.ernstson.de    www.geophysik.de  
Senden Sie Ihre E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an:
   (Bitte in die e-Mail-Adressenleiste übertragen)
fclaudin@xtec.net