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Untersuchungen zur Geologie, Geophysik und Petrologie von Impaktstrukturen (Meteoritenkrater)
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Besondere Brekzien und BrekziengängeMS,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular">Rötlich gefärbter Brekziengang durchschlägt polymikte Megabrekzie innerhalb der Azuara-Struktur (Aufschluß zwischen Plenas und Loscos).
Die Detailaufnahme zeigt Strukturen (Pfeile), die als Entgasungskanäle gedeutet werden können. Plastisch stark verformte und ausgeschwänzte Plattenkalke des Dogger/Malm in einem polymikten Brekziengang bei Muniesa. Eine ausgezeichnete und ausführliche Beschreibung dieses bemerkenswerten, 300 m langen Brekzienganges findet man in der Diplomarbeit von G.Mayer (1990). Brekziengänge durchschlagen Kieselknolle in Kalksteinen des Lias. Bei den Pfeilen befinden sich scharfkantige kleine Kieselsplitter, die beim Durchschlagen der Knolle mitgerissen wurden. Durchmesser der Münze 23 mm. Aufschluß im Ringwall der Azuara-Impaktstruktur bei Belchite. Vermutlich schock-induzierte Fließprozesse in Kalksteinen, nachgezeichnet von Spuren zersplitterter Kieselknollen. Oben: Intensiv in situ zerbrochene Kieselknolle in Kalksteinen des Muschelkalk (bei Monforte de Moyuela). Unten: Bahnen fein zerteilter weißer Kieselsplitter durchziehen den Kalkstein, wobei die Bahnen an den zertrümmerten Knollen beginnen. Wegen der sehr scharfkantigen Kieselsplitter können diagenetische Prozesse nicht verantwortlich gemacht werden. In einer Richtungsrose der Streichrichtungen für die Bahnen zeigt ein deutlich ausgeprägtes Maximum auf das Zentrum der Azuara-Impaktstruktur. Die Megabrekzie (Megabreccie)Die Megabrekzie in der Azuara-Impaktstruktur ist eine strukturelle Besonderheit, die für das Verständnis des Impaktprozesses bedeutsam sein kann. Die Brekzie ist vor allem im nordwestlichen und nordöstlichen Ringbereich aufgeschlossen, wo sie nahezu stratiform mit Mächtigkeiten bis zu 80 m ansteht. Die Komponenten stammen vor allem aus einer in situ Brekziierung von Carniolas- (= Keuper-Lias-Übergangsschichten) und Lias-Kalksteinen. Häufig sind jedoch auch Gesteine aus stratigraphisch benachbarten Einheiten eingearbeitet. Gelegenheit finden sich auch Komponenten aus stratigraphisch deutlich jüngeren Schichten (z.B. Eozän) in der Megabrekzie. Die Größe der Komponenten reicht von Bruchteilen eines Millimeters bis zur Größenordnung von 10 m. Mörteltextur und Brekziengenerationen (Brekzien-in-Brekzien) sind häufig. Im Dünnschliff beobachtet man kataklastisches Fließgefüge der Matrix. Brekziengänge, die die Megabrekzie durchschlagen, gehören meist zum polymikten Typ.Die Megabrekzie prägt auch sehr stark das Landschaftsbild mit einer buckeligen, vegetationslosen Oberfläche, aus der die großen Komponenten der Brekzie turm- und inselartig hervorragen. Am besten kann man die makroskopischen Eigentümlichkeiten der Megabrekzie etwa 5 km südlich von Belchite studieren, wo die aufgelassene Eisenbahnstrecke eindrucksvolle Einblicke ermöglicht. Ausführlicher wird die Megabrekzie bei Fiebag (1988) und Katschorek (1990) beschrieben. Nicht verwechselt werden sollte die Megabrekzie mit der wohlbekannten Carniolas-Rauhwacke-Brekziierung, obgleich das eigentlich ausgeschlossen ist. Es gibt allerdings Geologen, die offenbar nicht in der Lage sind, zwischen den beiden völlig verschiedenen Brekzien zu differenzieren ( siehe z.B. M. Aurell et al. 1993 und M.Aurell 1994). Das zeigt, daß sie die Megabrekzien-Aufschlüsse niemals besucht haben. Azuara-Impaktstruktur: Megabrekzie in typischer Ausbildung (3 km südwestlich Belchite; Foto: Tanja Katschorek).Azuara-Impaktstruktur. Diese Brekzie steht in der Nähe von Almonacid de la Cuba am NE-Rand der Struktur an. Bezüglich Zusammensetzung und Gefüge stellt sie eine Singularität dar. In einer dichten bis schaumig-porösen Matrix befinden sich meist extrem blasige, in der Regel schneeweiße Komponenten, wie das Foto vermittelt. Die Brekzie gehört zu einem ausgedehnten Vorkommen, was sehr gründlich von Tanja Katschorek untersucht worden und in ihrer Diplomarbeit beschrieben ist. Sie schließt aus Gelände- und Laborbefunden, daß die Ablagerung das Resultat eines ausgedehnten, wässrig-turbulenten Gesteinsfließens unter Einbeziehung karbonatischer Schmelze ist - ähnlich vulkanischen Schlammströmen. Azuara-Impaktstruktur: Polymikte Globuli-Brekzie. Bei diesem Gestein handelt es sich nur im weitesten Sinn um eine Brekzie. Die Globulus-Komponenten erweisen sich als Zusammenballungen von kleineren Globulus-Fragmenten, und selbst die Matrix besteht aus Globuli bis hin zu mikroskopischer Größe. Auffällige Gefügemerkmale sind kettenbildende Fragmente (blaue Pfeile) und Verwirbelungen (weiße Pfeile). Deshalb kann Bodenbildung (z.B. Caliche) ausgeschlosen werden. Sehr wahrscheinlich hat sich das Gestein beim Impakt gebildet, und die Globuli entstanden durch Zusammenballung fein zerstäubter Materie in einer Explosionswolke. In einer Arbeit über den Suevit des Ries-Kraters hat G.Graup (1981) diesen Prozeß mit der Bildung akkretionärer Lapilli verglichen. | |||||||||||||
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