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Basale Suevit-Breccie
Der Begriff "Basalbreccie", ursprünglich für Gesteine aus der Azuara-Impaktstruktur geprägt (see http://www.impaktstrukturen.de/spain/impact/breccias.htm), bezieht sich auf den Umstand, daß diese bemerkenswerte Breccie stets an der Basis des post-impaktitischen (und post-alpidischen), tektonisch nicht mehr merklich beanspruchten Jungtertiärs angetroffen wird. Der bis zu 20 m mächtige, horizontal geschichtete Breccienkomplex liegt immer diskordant auf den verstellten Schichten, im Kontakt miteinander verzahnt ohne jeden Aufarbeitungs- und Bodenbildungshorizont. Paläozoische und mesozoische Komponenten tragen zu den scharfkantigen (gelegentlich gerundeten) Komponenten bei, die in eine extrem harte und außergewöhnlich fest zementierte karbonatische Matrix (vielfach mit Fließgefüge) eingebettet sind.
Komponenten, die selbst Breccien sind (Breccien-in-Breccien), werden häufig beobachtet. Vielfach zeigen Kalkstein- und Dolomitklasten ein skelettartiges und blasiges Gefüge, manchmal in dem Maße, daß nur eine Rinde der Komponente erhalten ist, wobei die Höhlung Reste eines weißen Pulvers enthält. Hochtemperatur-Dekarbonatisierung, die Bildung von Karbonatschmelze sowie anschließende Rekombinationsprozesse sind wahrscheinlich die Ursache. Aus Röntgenfluoreszenz- und Röntgendiffraktometeranalysen sowie Dünnschliffuntersuchungen schließt Mayer (1991) auf eine anteilige amorphe Phase von SiO2 in der Matrix (bis zu 10%). Es ist anzunehmen, daß es sich dabei um feinst verteiltes Glas handelt. In wenigen Fällen können in der Basalbreccie Glaspartikel unter dem optischen Mikroskop erkannt werden. In den Mineralen silikatischer Komponenten können häufig Schockeffekte beobachtet werden. Am auffälligsten ist das häufige Auftreten von diaplektischem Quarz in der Basalbreccie (Mayer 1991). Zur Bildung von diaplektischem Quarz werden Schockdrücke über 15 GPa (150 kbar) benötigt (Bunch et al. 1968). Planare Deformationstrukturen (PDFs) sind relativ selten, aber multiple Scharen planarer Brüche (PFs, Spaltbarkeit) in Quarz, multiple Scharen von Mikrozwillingen in Calcit sowie starke Knickbänderung in Glimmern beweisen durchgehend moderaten Schock in der Basalbreccie. Gemäß der geläufigen Klassifizierung und Nomenklatur von Impaktgesteinen (IUGS Subcommission on the Systematics of Metamorphic Rocks, Study Group for Impactites) nennt man diese polymikte Basalbreccie mit geschockten Komponenten und Glasanteilen einen Suevit oder eine Suevitbreccie.
Da die Matrix der Basalbreccie in den meisten Fällen eine dominierend karbonatische Zusammensetzung besitzt, müssen wir auch eine Kristallisation aus einer Karbonatschmelze in Betracht ziehen. In diesem Fall sollte man im Einklang mit der IUGS-Nomenklatur die Basalbreccie besser als Impakt-Schmelzgestein bezeichnen. Eine klare Unterscheidung ist jedoch schwierig, da auch eine Koexistenz von Matrix, abgeleitet aus einer Schmelze und abgeleitet aus einer Akkumulation klastischen Materials nicht ausgeschlossen werden kann.

Basalbreccie diskordant über jurassischen Kalksteinen. Rubielos de la Cérida-Zentralbergkette; Sierra de Palomera.
Rubielos de la Cérida
Eine Breccie mit vergleichbarer Fazies und in derselben stratigraphischen Position ist auch im Rubielos de la Cérida-Impaktbecken sehr häufig anzutreffen. Man findet sie in der Zentralbergkette, im Bereich der Beckenränder sowie in den Beckenniederungen dazwischen, wo mesozoische Gesteine aus der känozoischen und quartären Beckenfüllung herausragen. Die fast allgegenwärtige, stratigraphisch einheitlich positionierte basale Suevitbreccie, die über eine Entfernung von grob 120 km vom nördlichen Teil der Auara-Struktur bis in den südlichsten Teil des Rubielos de la Cérida-Impaktbeckens ansteht, ist ein zwingender Befund für die Annahme eines multiplen Impaktes durch einen zerbrochenen Asteroiden oder Kometen (siehe http://www.impaktstrukturen.de/Archiv/archiv.html ).
Regional-Geologen, die den Impaktursprung für Azuara und Rubielos de la Cérida leugnen (M. Aurell, E. Díaz-Martínez, A. L. Cortés, und andere), erklären, daß die Basalbreccie entweder ein Konglomerat (!), ein lakustrisches Sediment oder Caliche sei. Mit Blick auf die nachfolgenden Bilder und die stratigraphisch einheitliche Stellung der Breccie über eine Distanz von 120 km, mag der/die Leser(in) selbst entscheiden, was er/sie von deren Interpretationen hält.

Basalbreccie diskordant über heftig zerbrochenen Muschelkalk-Kalksteinen. Südöstlicher Randbereich, zwischen El Pobo und Corbalán.

Basalbreccie (rötliche Farbe) über Megabreccie aus Muschelkalk-Kalksteinen. Zentralbergkette, nordöstlich von Caudé.

Die Basalbreccie in Nahaufnahme. Zentralbergkette, nordöstlich von Caudé.

Breccien-Generationen in der Basalbreccie; unterhalb des Hammers. Zentralbergkette, nordöstlich von Caudé.

Breccientasche in der Basalbreccie. Zentralbergkette, nordöstlich von Caudé.

Basalbreccie aus der südlichen Zentralbergkette nahe Celadas.

Basalbreccie aus der östlichen Zentralbergkette in der Nähe von Camañas. Man beachte das Fließgefüge und die dazu eingeregelten größeren Klasten. Die rötliche Farbe vieler Kalksteinkomponenten ist vermutlich die Folge stärkerer Erhitzung.

Basalbreccie aus der Zentralbergkette südwestlich von Aguatón. Man beachte die Gängchen aus Matrix-Material, die mehrere Komponenten durchschlagen.

Basalbreccie aus der Zentralbergkette in der Nähe von Celadas. Wir vermuten, daß es sich bei dem weißen Material um Relikte von Karbonatschmelze handelt.

Basalbreccie aus dem westlichen Becken nordnordwestlich von Villafranca del Campo. Mit Blick auf den Begriff "Breccie" dürfen die z.T. gut gerundeten Komponeneten nicht verwundern. Gerundete Klasten sind eine wohlbekannte Erscheinung in Impaktbreccien. Interne Rotationen unter hohem Druck (Impakt-"Konglomeratisierung"; siehe http://www.impaktstrukturen.de/france/rouchechouart1.htm ) und randliche(s) Dekarbonatisierung/Schmelzen karbonatischer Bruchstücke können als Ursache genannt werden.




Weitere Basalbreccien aus dem westlichen Becken nordnordwestlich von Villafranca del Campo: eine bunte Mischung aus Buntsandstein-, Muschelkalk-, Keuper- (und ?Jura-) Komponenten zusammen mit einem merklichen Anteil von rotem Buntsandstein-Material in der Matrix.

Basalbreccie aus dem östlichen Becken zwischen Visiedo und Perales de Alfambra.

Basalbreccie aus der südwestlichen Zentralbergkette zwischen Villarquemado und Celadas.

Basalbreccie aus der Region des südöstlichen Beckenrandes, südwestlich von El Pobo. Breccie-in-Breccie, rechts von der Münze.

Noch eine Basalbreccie aus dem südöstlichen Randbereich südwestlich von El Pobo. Nur wenige Buntsandstein- und Muschelkalkklasten in einer Matrix mit einem hohen Anteil an Buntsandsteinmaterial.

Eine weitere Basalbreccie aus dem südöstlichen Randbereich, südwestlich von El Pobo mit vorherrschend Buntsandstein-Komponenten. Man beachte die Gängchen aus weißem Material (Relikte von Karbonatschmelze?), die die größere Sandsteinkomponente zerlegen (Detail im Bild unten).

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