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Untersuchungen zur Geologie, Geophysik und Petrologie von Impaktstrukturen (Meteoritenkrater)
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Impakt-Schmelzen aus dem Rubielos de la Cérida-Impaktbecken
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wt.%
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white
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white
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white
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white
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white
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white
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mean
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wt.%
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bulk-1
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bulk-2
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bulk-3
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bulk-4
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bulk-5
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| SiO2 | 59,95 | 59,72 | 59,38 | 57,19 | 59,95 | 59,18 | 59,23 | SiO2 | 56,06 | 58,13 | 53,45 | 54,47 | 19,78 | ||
| TiO2 | 0,24 | 0,24 | 0,21 | 0,20 | 0,23 | 0,20 | 0,22 | TiO2 | 0,33 | 0,34 | 0,38 | 0,45 | 0,24 | ||
| Al2O3 | 20,75 | 19,53 | 19,88 | 21,30 | 23,16 | 18,63 | 20,54 | Al2O3 | 20,91 | 19,76 | 20,40 | 20,96 | 6,34 | ||
| MgO | 7,26 | 7,49 | 7,42 | 6,14 | 6,45 | 8,21 | 7,16 | MgO | 5,81 | 4,77 | 5,24 | 6,14 | 12,62 | ||
| CaO | 0,88 | 1,04 | 0,92 | 0,99 | 1,09 | 1,17 | 1,02 | CaO | 1,48 | 1,56 | 1,72 | 0,98 | 22,56 | ||
| FeO | 1,61 | 1,77 | 1,62 | 1,89 | 1,85 | 1,73 | 1,75 | FeO | 2,00 | 2,70 | 2,76 | 2,49 | 2,68 | ||
| Na2O | 1,92 | 1,87 | 1,82 | 1,63 | 1,56 | 1,66 | 1,74 | Na2O | 0,48 | 1,20 | 0,29 | 0,48 | 0,02 | ||
| K2O | 0,23 | 0,28 | 0,27 | 0,21 | 0,18 | 0,26 | 0,24 | K2O | 0,65 | 1,34 | 0,45 | 0,57 | 1,82 | ||
| Total | 92,84 | 91,94 | 91,52 | 89,55 | 94,47 | 91,04 | 91,89 | LOI | 10,30 | 9,24 | 14,02 | 11,70 | 32,91 | ||
| Total | 98,02 | 99,04 | 98,71 | 98,24 | 98,97 | ||||||||||
| wt.% | grey | grey | grey | grey | grey | mean | ppm | ||||||||
| SiO2 | 56,45 | 56,89 | 58,05 | 59,54 | 57,12 | 57,61 | V | 14 | 21 | 27 | 23 | ||||
| TiO2 | 0,27 | 0,21 | 0,26 | 0,22 | 0,25 | 0,24 | Zn | 36 | 46 | 68 | 81 | ||||
| Al2O3 | 20,81 | 19,88 | 19,66 | 15,99 | 22,74 | 19,82 | Ga | 35 | 38 | 30 | 33 | ||||
| MgO | 6,77 | 6,34 | 7,18 | 6,90 | 5,93 | 6,62 | Rb | 16 | 38 | 5 | 7 | ||||
| CaO | 1,14 | 1,17 | 1,23 | 1,24 | 1,14 | 1,18 | Sr | 492 | 363 | 327 | 364 | ||||
| FeO | 1,68 | 2,18 | 1,63 | 1,51 | 1,79 | 1,76 | Y | 43 | 37 | 32 | 38 | ||||
| Na2O | 1,42 | 1,19 | 1,49 | 0,79 | 1,31 | 1,24 | Zr | 493 | 475 | 491 | 522 | ||||
| K2O | 0,21 | 0,28 | 0,24 | 0,23 | 0,19 | 0,23 | Nb | 56 | 50 | 47 | 53 | ||||
| Total | 88,75 | 88,14 | 89,74 | 86,42 | 90,47 | 88,70 | Ba | 1250 | 171 | 48 | 1034 | ||||
| Pb | 79 | 238 | 29 | 31 | |||||||||||
| Th | 68 | 59 | 64 | 59 |
Geologen, die das Impaktereignis leugnen (von der Universität Zaragoza und vom Zentrum für Astrobiologie in Madrid, E. Díaz-Martínez, A. L. Cortés, und andere), bestehen auf einem vulkanischen Ursprung der silikatischen Schmelze, obwohl sie niemals auch nur eine einzige Analyse präsentiert haben.
Natürlich kann das silikatische Glas aus den Rubielos de la Cérida-Schmelzgesteinen nicht vulkanischen Ursprungs sein. Das belegt allein schon das Vorkommen stark geschockter Klasten in der Schmelze. Darüber hinaus: Sollte dieses Schmelzgestein eine deformierte Ascheschicht sein (so die Geologen aus Zaragoza und Madrid), müßte es pyroklastische Komponenten, aber auch - gemäß der "intermediären" SiO2-Konzentration - mafische Reliktminerale oder andesitische Klasten enthalten. Das ist eindeutig nicht der Fall. Und weiterhin: Die chemische Zusammensetzung sollte ähnlich der von Andesiten oder basaltischen Andesiten sein. Diese Gesteine haben jedoch generell deutlich geringere Gehalte an Al2O3 und viel höhere Gehalte an FeO, CaO und (Na2O+K2O) verglichen mit den untersuchten silikatischen Schmelzgesteinen. [Es wurde dazu ein Vergleich mit sämtlichen Analysen vulkanischer Gesteine aus Wilson (1989) vorgenommen.] Schließlich sind die Schmelztemperaturen, die für die untersuchten Gesteine abgeschätzt wurden, deutlich andere als die in andesit-vulkanischen Systemen.
Eine ganz ungewöhnliche Art einer früheren Schmelze wurde ebenfalls in der Megabreccie von Barrachina gefunden. Das weiße Schmelzgestein (siehe Bilder weiter unten) besteht aus unregelmäßig geformten Kügelchen (bis zu 4 mm groß), die in einer extrem feinkörnigen Matrix eingebettet sind. Unter dem Mikroskop erweisen sich die Kügelchen als runde bis amöbenförmige Calcitpartikel. Sie sind grobkörnig in der Mitte und zeigen abnehmende Korngröße zu den Rändern hin, und man beobachtet eine Orientierung der langen Kornachsen senkrecht zur Berandung. Der Kontakt mit der Matrix ist extrem feinkörnig (siehe die Dünschliffaufnahme weiter unten). Die isotrope Glasmatrix ist intensiv durchzogen von winzigen, länglichen, manchmal flaserigen Mikrokristallen, die häufig tangential zu den Rändern der Calcitpartikel ausgerichtet sind. Die Gesamtgesteins-Analyse ergibt 52.7 % CaO, 8.3 % P2O5 und 1.5 % BaO (RFA, bulk in der Tabelle unten). Nach Mikrosondenanalyse ist das Karbonat der Partikel reiner Calcit. Die glasförmige Matrix besteht hauptsächlich aus CaO and P2O5 (Tabelle unten; alles Gewichtsprozente), mit geringen Gehalten von F (1.0-2.5 %), S (1.1-2.1 %, sofern berechnet als SO3), Cl (0.5-0.8 %) and NaO (0.3-0.6 %). Die geringen Totalwerte der Analysen deuten auf hohe Anteile leichter Komponenten im Ca-P-Glas, vermutlich H2O, das vom Glas bei der Verwitterung aufgenommen wurde. Aber auch erhebliche Gehalte an C oder CO2 kommen in Frage. Stellenweise beobachtet man eine starke Anreicherung von Ba und S auf Kosten des CaO- und P2O5 -Gehaltes, der dann bis in den Bereich von Spurenelementen sinkt oder unter die Nachweisgrenze fällt. Al2O3 ist dagegen in geringen Konzentrationen von 1 % vorhanden. Teilweise ist das Ca-P-Glas zu Apatit rekristallisiert, wie die Analyse mit dem Röntgendiffraktometer zeigt. Die Diffraktionspeaks dieses Apatits sind aber im Vergleich mit denen von gut auskristallisiertem Apatit (hier nicht gezeigt) deutlich verbreitert, was auf sehr geringe Kristallinität hinweist (siehe Röntgendiffraktogramm weiter unten). Der Gehalt an Baryt wurde ebenfalls mit dem Röntgendiffraktometer nachgewiesen. Dieser Baryt mag als eine sehr feinkörnige Phase innerhalb der Ba-/S-Anreicherungen vorkommen, die mit der Mikrosonde in der Ca-P-Matrix festgestellt wurden.




Eine ähnlich Schmelze tritt im Suevit des Rieskraters (Nördlinger Ries) auf. Im Suevit haben die Calcit-Partikel eine identische Struktur und Zusammensetzung verglichen mit denen aus den Barrachina-Schmelzgesteinen, und sie werden von Graup (1999) als Abkühlungsprodukte einer Karbonatschmelze gedeutet. Anders als in den Barrachina-Schmelzgesteinen ist die Matrix in den Riesproben silikatisches Glas, das sich aus einer Mischungsunvertäglichkeit von Karbonat- und Silikatschmelze gebildet hat. In unserem Fall haben wir dagegen eine Mischungsunverträglichkeit von ursprünglich koexistierenden Karbonat- und Phosphatschmelzen.

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wt.%
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1
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2
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3
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4
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5
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6
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mean
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bulk
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| P2O5 | 22,13 | 21,26 | 24,47 | 27,52 | 32,61 | 32,42 | 26,74 | 8,25 | |
| Al2O3 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
| CaO | 35,83 | 35,97 | 37,46 | 42,93 | 48,76 | 51,62 | 42,10 | 52,65 | |
| BaO | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 1,47 | |
| Na2O | 0,35 | 0,32 | 0,46 | 0,57 | 0,53 | 0,55 | 0,46 | 0,23 | |
| SO3 | 1,67 | 1,15 | 1,77 | 2,12 | 1,47 | 1,37 | 1,59 | 0,92 | |
| F | 1,57 | 1,56 | 1,02 | 2,26 | 2,24 | 2,39 | 1,84 | n.d. | |
| Cl | 0,62 | 0,71 | 0,50 | 0,79 | 0,49 | 0,55 | 0,61 | n.d. | |
| LOI | 34,31 | ||||||||
| Total | 62,18 | 60,98 | 65,68 | 76,19 | 86,10 | 88,91 | 73,34 | 97,83 | |

Wie bereits für die Azuara-Struktur erörtert, wird die Existenz von Relikten ursprünglicher Karbonatschmelze auch für das Rubielos de la Cérida-Impaktbecken angenommen. Eine Karbonatschmelze kann nicht zu Glas abgeschreckt werden, sondern kristallisiert sehr schnell wieder zu Karbonat (siehe z.B. die Diskussion von Graup, G. (1999). MAPS, 34, 425-438). Deshalb kann die Abstammung von einer Karbonatschmelze nur indirekt nahegelegt werden, und zwar durch das Auftreten skelettartiger, dentritischer Kristallite, blasiges Gefüge und verwandte Merkmale (siehe dazu auch die Diskussion von Katschorek [1990] über die Karbonatschmelzen in der Azuara-Struktur).




In der Megabreccie von Barrachina finden sich mehr oder weniger große Klasten eingeschaltet (siehe Bild unten), die aus einem hochporösen Material (Trockendichten von nur 1,4 g/cm³ wurden gemessen) bestehen. Einige wenige Gesteinsfragmente stecken in dem weißen Material, das chemisch nahezu reines CaSO4 ist. Im Dünnschliff kann Fließgefüge beobachtet werden; sonst ist die Matrix mikroskopisch nicht weiter auflösbar. Mineralfragmente, meist Quarz und Feldspat, sind zum Teil stark geschockt (PDFs, diaplektisches Glas). Auch die Minerale in den eingelagerten Gesteinsfragmenten zeigen Schockbeanspruchung.
Offensichtlich ist das CaSO4-Material kein chemisches Sediment (Gips, Anhydrit), und eine Bodenbildung ist gleichermaßen auszuschließen. Mit Blick auf die hohe Porosität, das Fließgefüge und die starken Schockeffekte könnte sich das Material durch Kristallisation aus einer schock-produzierten Sulfatschmelze gebildet haben. Der Schmelzpunkt von Anhydrit liegt bei 1450°C, und das ist eine Temperatur, die deutlich überschritten wurde, um z.B. die Silikatschmelze in der Megabreccie von Barrachina zu erzeugen. Kristallisation aus einer Anhydritschmelze erwägt man auch für Material aus Suevitbreccien der Chicxulub-Impaktstruktur (Claeys et al. 2003; siehe http://we.vub.ac.be/~dglg/Web/Claeys/Claeys%20et%20al%202003.pdf )


Das hier zu besprechende Glas überzieht einen Sandstein im südlichen Teil der Zentralbergkette im Rubielos de la Cérida-Impaktbecken. Das Glas hat eine grünliche bis weißliche Farbe und ist durchsichtig bis milchig trüb. Im Dünnschliff erweist sich der Sandstein als extrem beansprucht. Man beobachtet kataklastisches Fließgefüge, das in das Glas übergeht. Quarzkörner sind heftigst zerbrochen und können multiple Scharen planarer Brüche (PFs) und planarer Deformationsstrukturen (PDFs) aufweisen.
Wegen der Schockeffekte im Sandstein scheint eine Schockgenese des bemerkenswerten Glases plausibel. Als alternative Möglichkeit erwähnen wir die Entstehung aus einer Reibungsschmelze bei extremer dynamischer Metamorphose im Verlauf des Impaktes (Exkavationsphase oder - eher wahrscheinlich - Modifikationsphase, als sich die Zentralbergkette bildete). Das Glas könnte man dann als Pseudotachylit bezeichnen.




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