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SYSTEMATISCHER VERGLEICH:
NÖRDLINGER RIES vs. CHIEMGAU-IMPAKT
Die frappierenden Parallelen
1. AUSGANGSSITUATION: ETABLIERTE THEORIE WIRD HERAUSGEFORDERT
Nördlinger Ries (bis 1960)
100 Jahre lang von allen Geologen als Vulkangebilde angesehen. Lokale deutsche Geologen: „Wir kennen unseren Vulkan“. Generationen von Geologen haben daran geforscht. Schulbücher, Lehrmaterial, wissenschaftliche Reputation – alles basierte auf der Vulkan-Theorie.
Chiemgau (seit 2000)
Jahrzehntelang als Toteislöcher aus der Eiszeit erklärt. Bayerisches Landesamt für Umwelt: „Wir kennen unsere Seen“. Etablierte Lehrmeinung in deutschen geologischen Instituten. Touristische Vermarktung als „Eiszeitlandschaft“.
PARALLELE: In beiden Fällen eine fest verankerte, lokal verwurzelte wissenschaftliche Überzeugung
2. EXTERNE FORSCHER PRÄSENTIEREN IMPAKT-THEORIE
Nördlinger Ries (1960)
Externe Forscher:
• Eugene Shoemaker (US Geological Survey) • Edward C.T. Chao (amerikanischer Geologe chinesischer Herkunft)
Reaktion:
Als amerikanische Geologen einen Meteoriten-Impakt präsentierten, gab es nahezu einhelligen Protest und strikte Ablehnung unter den einheimischen Geologen. O-Ton eines Tübinger Geologen: „Da kommt so ein Amerikaner und hat auch noch einen chinesischen Namen“
Chiemgau (ab 2000)
Externe/Unabhängige Forscher:
• Kord Ernstson (Universität Würzburg) • CIRT (Chiemgau Impact Research Team)
Reaktion:
Sofort war der Protest da, und die strikte Ablehnung bei lokalen Geologen wurde formuliert, als sie ihr Toteisloch Tüttensee aufgeben sollten zugunsten einer kosmischen Entstehung.
PARALLELE: Ablehnung nicht aufgrund der Daten, sondern aufgrund der Quelle – „Außenseiter“ vs. „etablierte lokale Expertise“
3. INTERNATIONALE WISSENSCHAFTLICHE UNTERSTÜTZUNG
Nördlinger Ries (1960-1965)
Unterstützer der Impakt-Theorie:
• Eugene Shoemaker (USA) – NASA-Wissenschaftler • Edward C.T. Chao (USA) – US Geological Survey • Weitere amerikanische Planetenforscher
Der entscheidende Beweis:
1960 zeigten Shoemaker und Chao, dass die Depression durch Meteoriteneinschlag verursacht wurde. Der Schlüsselbeweis war das Vorhandensein von Coesit – einem Hochdruck-Mineral, das in unmetamorphen Gesteinen nur durch die Schockdrücke eines Meteoriteneinschlags gebildet werden kann.
Chiemgau (2000-heute)
Unterstützer der Impakt-Theorie:
Russland:
• Dr. Tatyana Shumilova – Komi Scientific Center, Russische Akademie der Wissenschaften – Weltweit führende Expertin für Impakt-Diamanten – Publikation in „Carbon“ (Impact Factor 10.9!) – Aussage: „Etwas anderes als der Impakt eines Asteroiden oder Kometen könne getrost ausgeschlossen werden“
Griechenland:
• Prof. Dr. Ioannis Liritzis – European Academy of Sciences & Arts – Distinguished Professor, PhD Edinburgh University – Über 5.881 Zitationen – OSL-Datierung des Chiemgau-Impakts publiziert
Tschechien:
• RNDr. Pavel Kalenda, CSc. – Institut für Gesteinsstrukturen und Gesteinsmechanik der Tschechischen Akademie der Wissenschaften, Prag – 900+ Zitationen in der wissenschaftlichen Literatur – Geophysikalische Messungen mit Bodenradar (GPR) • Ing. Rudolf Tengler – CoalExp, Prag – Spezialist für Bodenradar-Technologie
DETAILLIERTE FORSCHUNGSERGEBNISSE DER TSCHECHISCHEN WISSENSCHAFTLER
Geophysikalische Untersuchungen (Kalenda & Tengler, 2015-2016)
Methode: Georadar-Messungen (GPR – Ground Penetrating Radar)
Pavel Kalenda verwendete ein hochmodernes Georadar-System namens „Roteg“, das zwischen 2012 und 2018 entwickelt wurde. Dieses System arbeitet mit einem extrem breiten Frequenzspektrum von 100 kHz bis 1 GHz und ermöglicht dadurch eine außergewöhnlich detaillierte Analyse unterirdischer Strukturen.
Untersuchungsgebiet:
• Tüttensee: Messungen rund um den Krater • Messungen auf dem Wasser des Tüttensees • Profile in der direkten Umgebung des Sees
Zentrale Befunde:
Die Georadar-Messungen zeigten deformierte Schichten, die in völligem Widerspruch zur Toteisloch-Theorie stehen. Laut der Messungen von Kalenda und Tengler können die entdeckten Strukturen NICHT durch glaziale Prozesse erklärt werden. Die geologischen Schichten zeigen Merkmale, die charakteristisch für Impaktprozesse sind.
Deutschland:
• Dr. Michael Hiltl (Carl Zeiss Microscopy) – Elektronenmikroskopie der Impaktite, der Eisensilizid-Meteorite
• Dr. Frank Bauer (Oxford Instruments) – Elektronen-Mikroskopie REM, TEM , EBSD, der Impaktite und der Eisensilizid-Meteorite
PARALLELE: In BEIDEN Fällen internationale wissenschaftliche Unterstützung gegen lokale deutsche Widerstände!
4. DIE REAKTION DER ETABLIERTEN WISSENSCHAFT
Nördlinger Ries (1960-1970)
Zunächst herrschte ein erbitterter akademischer Schlagabtausch. Noch Jahrzehnte später merkte man den Beteiligten die Verbitterung und Vehemenz an. Einer der Impakt-Forscher hat noch anno 2000 während einer Würdigung hämisch grinsend eine Liste mit den Namen seiner Erz-Feinde von damals vorgelesen.
Charakteristika des Widerstands:
• Emotionale Ablehnung • Persönliche Angriffe • Generationen-Konflikt • Ideologische Blockaden: „Dinge in der Erdgeschichte hatten gefälligst sehr laaaangsam statt zu finden“
Chiemgau (2000-heute)
Geologen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt haben von Beginn der Forschung zum Chiemgau-Impakt an nur Ablehnung artikuliert, ohne je in eine wissenschaftliche Diskussion mit den Forschern des CIRT eingetreten zu sein.
Dokumentierte Erfahrung:
• Kontaktverbot nach LMU-Exkursion • Studierenden wird der Dialog untersagt • Institutionelle Blockade
Charakteristika des Widerstands:
• Verweigerung des wissenschaftlichen Dialogs • Ablehnung ohne Prüfung • Institutionelle Macht wird eingesetzt
Reaktion auf tschechische Forschungsergebnisse:
Trotz der detaillierten geophysikalischen Befunde der tschechischen Wissenschaftler wurden diese Ergebnisse von deutschen Institutionen nicht zur Kenntnis genommen. Die Georadar-Messungen, die eindeutig gegen die Toteisloch-Theorie sprechen, wurden ignoriert.
PARALLELE: Identisches Muster der Ablehnung – emotional, nicht sachlich begründet
5. WISSENSCHAFTLICHE BEWEISE
Nördlinger Ries
Shoemaker/Chao (1960):
• Coesit im Suevit nachgewiesen • Hochdruck-Mineral, nur bei Impakt • Reproduzierbar in anderen Laboren
Status: Innerhalb von 10 Jahren akzeptiert
Chiemgau
CIRT & internationale Partner:
Shumilova et al. (Russland):
• „Diamond-like glass“ in Carbon Journal (2016) • Hochdruck-Mineralogie am „Chiemit“ • Extreme Bedingungen nachgewiesen, nur durch Impakt erklärbar
Liritzis et al. (Griechenland):
• OSL-Datierung: „The Chiemgau meteorite impact and tsunami event“ (2010) • Peer-reviewed in Mediterranean Archaeology and Archaeometry
Kalenda (Tschechien):
• Georadar-Messungen: Deformierte Schichten widersprechen Toteisloch-Theorie •
Status: Nach 25 Jahren IMMER NOCH nicht von deutschen Institutionen akzeptiert
KRITISCHER UNTERSCHIED?
• Beim Ries: US-Labore konnten Coesit bestätigen → Durchbruch • Beim Chiemgau: Russische/griechische/deutsche Labore bestätigen → IGNORIERT
FRAGE: Warum wird internationale Bestätigung beim Chiemgau nicht anerkannt?
6. INSTITUTIONELLE REAKTIONEN
Nördlinger Ries
Phase 1 (1960-1965): Ablehnung
• Deutsche geologische Institute lehnen ab • Emotionaler Widerstand
Phase 2 (1965-1970): Überprüfung
• Weitere Forschungsbohrungen • Unabhängige Bestätigung durch mehrere Labore • NASA-Interesse wächst
Phase 3 (ab 1970): Akzeptanz
• Die neue Sicht setzte sich recht schnell durch • Apollo-Astronauten trainieren dort • Rieskrater-Museum wird gegründet • In Earth Impact Database aufgenommen
Chiemgau
Phase 1 (2000-2010): Entdeckung und erste Publikationen
• CIRT beginnt Forschung • Internationale Kooperationen starten • Erste peer-reviewed Publikationen
Phase 2 (2010-heute): VERFESTIGUNG DER ABLEHNUNG
• Bayerisches Landesamt für Umwelt: „Das Ereignis ist widerlegt“ • 16 Wissenschaftler veröffentlichen 2011 offenen Brief gegen CIRT • NICHT in Earth Impact Database aufgenommen • Kontaktverbote an Universitäten • Tschechische Forschungsergebnisse werden ignoriert
DRAMATISCHER UNTERSCHIED: Beim Ries führte wissenschaftliche Evidenz zu Akzeptanz. Beim Chiemgau führt wissenschaftliche Evidenz zu verstärkter Blockade.
VERGLEICHSTABELLE: DIE ERSCHÜTTERNDEN PARALLELEN
| Kriterium | Nördlinger Ries (1960) | Chiemgau (2000-heute) |
| Etablierte Theorie | Vulkan (100 Jahre) | Toteisloch (Jahrzehnte) |
| Externe Forscher | Shoemaker/Chao (USA) | Ernstson/CIRT + International |
| Lokale Reaktion | Strikte Ablehnung | Strikte Ablehnung |
| Internationale Unterstützung | US-Geologen, NASA | Russland, Griechenland, Tschechien |
| Wissenschaftliche Beweise | Coesit (Hochdruck) | Impakt-Diamanten, OSL, Georadar, >1500°C Gläser |
| Peer-Review | US Journals | Carbon, Mediterranean A&A |
| Emotionaler Widerstand | Massiv | Massiv |
| Institutionelle Blockade | Universitäten | LfU, Universitäten |
| Zeitraum bis Akzeptanz | ~10 Jahre | 25+ Jahre – NOCH NICHT |
DER UNTERSCHIED:
• Beim Ries hatte die US-Wissenschaft mehr Macht als deutsche Universitäten • Beim Chiemgau haben deutsche Institutionen mehr Macht als internationale Einzelforscher
SCHLUSSFOLGERUNG
Die Parallelen zwischen beiden Fällen sind frappierend:
1. Die Parallelen sind frappierend – beide Fälle zeigen identische Muster 2. Die wissenschaftliche Unterstützung ist vergleichbar – in beiden Fällen renommierte internationale Wissenschaftler 3. Die Ablehnung folgt identischen Mustern – emotional, nicht sachlich begründet 4. Der einzige Unterschied ist die institutionelle Machtverteilung – US-NASA vs. lokale deutsche Behörden
Das dokumentierte Kontaktverbot der LMU München
Das Kontaktverbot nach der Exkursion ist nicht wissenschaftliche Vorsicht – es ist institutioneller Machtmissbrauch. Stellen Sie sich vor, eine deutsche Universität hätte 1962 gesagt: „Wir waren mit unseren Studenten am Nördlinger Ries. Dieser Shoemaker hat uns seine Impakt-Theorie erklärt. Ab sofort ist weiterer Kontakt mit ihm untersagt. Es ist ein Vulkan und bleibt ein Vulkan!“
Genau das ist heute beim Chiemgau passiert!
Die Ignorierung der tschechischen Forschungsergebnisse
Die detaillierten geophysikalischen Befunde der Tschechischen Wissenschaftler – Georadar-Messungen, die gegen die Toteisloch-Theorie sprechen, wurden von deutschen Institutionen systematisch ignoriert. Diese Haltung ist wissenschaftlich nicht vertretbar.
Die entscheidenden Fragen
Die Frage ist nicht mehr: „Hat der Chiemgau-Impakt stattgefunden?“ Die Frage ist: „Wann wird die deutsche Geologie den gleichen Fehler eingestehen wie beim Nördlinger Ries?“
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Erstellt: Februar 2026































































